Cora Chilcott
Schauspielerin & Sängerin
Bild: Michael JochInformationen . Pressestimmen

Des Kaisers neue Kleider

Hommage an Hans Christian Andersen

H. C. Andersen, dessen Leben wohl selbst einem Märchen glich, der aus tiefster Armut kam und doch zu Lebzeiten als berühmter Schriftsteller in die Geschichte eingehen sollte, hat uns sehr sinnreiche, wunderbare und ans Herz gehende Märchen hinterlassen. Die berühmtesten seiner Schöpfungen kennen wir aus unserer Kindheit. Sie haben sich tief in unser Gedächtnis eingegraben, weil sie so besonders sind, uns einerseits in eine sehr schonungslos reale und andererseits in eine phantastisch heitere Welt führen. Die Natur scheint beseelt zu sein. Gegenstände werden lebendig. Ewige Wahrheiten, unverhoffte schicksalshafte Wendungen, tiefste Trauer, größtes Glück, liebevolles Mitempfinden, spöttischer Humor, selbst gesellschaftskritische Aspekte finden sich in diesen Dichtungen wieder und versprechen dem erwachsenen Zuhörer ein staunendes Vergnügen.

Informationen

Szenische Lesung mit Musik

Märchen und Gedichte: Hans Christian Andersen

Vertonungen und Bühnenmusik: Cora Chilcott

Spieldauer: 60 oder 80 min


Referenzen:
Literaturmuseum "Theodor Storm" Heiligenstadt, Schillerhaus Leipzig, Kügelgenhaus - Museum der Dresdner Romantik

Pressestimmen

Was das Tintenfass über Gott verriet - Andersens Klassiker neu interpretiert

Mit ihrem Bühnenprogramm "Des Kaisers neue Kleider" begeisterte die Berliner Ausnahmekünstlerin Cora Chilcott ihr Publikum, das manch Neues und durchweg Interessantes aus dem Lebenswerk von Hans Christian Andersen erfuhr.

ILMENAU. Wenn die ersten Schneeflocken fallen, die sich fürs Wochenende auch hierorts ankündigten, beginnt die heimelige Zeit des Vorlesens und Erzählens von Märchen in der warmen Stube. Warm war am Samstagabend die gute Stube mit Podiumsbühne im "Kleinod" und heimelig die Atmosphäre ... alles perfekt arrangiert für einen vergnüglichen Abend.

In der Stube eines Dichters sprach das Tintenfass: "Wenn der Mensch beginnt, aus mir zu schöpfen, dann ...". Und schon entspinnt sich der streitbare Dialog zwischen Tintenfass und Federkiel. Als der Dichter spät am Abend von einem eben erlebten Konzert nach Hause kommt, ist der Streit zwischen Tintenfass und Federkiel beendet. Und dies in beider Gewissheit, der Dichter inbegriffen, "dass wir alle nur Instrumente sind, auf denen Gott, der Herr, spielt. Er allein bleibt der Meister". So war die Sichtweise von Hans Christian Andersen, dem Dichter und Märchenerfinder, der Goethe und Schiller liebte, auf Gott und die Welt.

Cora Chilcott hatte aus dem umfangreichen Werkschaffen Andersens ein Bühnenprogramm zusammengestellt, dessen Kernstück, die Geschichte von "Des Kaisers neue Kleider", einen Reigen weiterer Erzählungen und Gedichte umrahmte. ... Was Andersen in seinem lyrischen Gedicht "Der Dichter und Amor" über das Herzweh des unsterblich verliebten Dichters schrieb, der durch Land und See von seiner Liebsten getrennt ist, rezitierte Cora Chilcott mit Grazie und Eleganz. Dem standhaften Zinnsoldaten, der erst nach abenteuerlicher Reise im Herdfeuer mit seiner angebeteten Tänzerin zum "Herz aus Zinn" verschmolz, gab die Künstlerin Stimme und Seele.

"Mir stand beim Zuhören des brillant gelesenen Märchens vom Kaiser und seinen neuen Kleidern der prachtgeile Donald aus Übersee vor Augen", sagte ironisch lächelnd eine von der Vortragsweise der Künstlerin begeisterte Manebacherin im Pausengespräch. Cora Chilcott sang nach großem Schlussbeifall Goethes Gedicht "Gefunden" in Hip-Hop-Version als wunderbare Zugabe.

Karl-Heinz Veit - Freies Wort 10/2025