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Nachtheller Tag, du bist mein Traumgesicht

Ein Shakespeare-Abend


Sonette & Dramenauszüge von William Shakespeare (1564-1616)
Songs von John Dowland (1563-1626)

Die geheimnisvollen Sonette Shakespeares gaben durch die Jahrhunderte zu vielen Spekulationen Anlass und fanden einmal mehr auch in Oscar Wilde ihren Bewunderer und Deuter.
Aber an diesem Abend geht es nicht darum, wen Shakespeare mit dem schönen jungen Mann, dem Dichterrivalen und dem "Weib von düstrem Glanz"* wohl gemeint haben könnte und welchen erotischen Neigungen er frönte, - es geht vielmehr um die Schönheit seiner Lyrik an sich, um die Zeitlosigkeit ihrer Aussage und um eine Annäherung mittels Interpretation, wobei mir das Ambivalente, das durch die verschiedenen Adressaten der Lyrik entsteht, besonders reizvoll erscheint.
Eine Auswahl der für mich schönsten Sonette wird mit Textauszügen aus "Hamlet", "Romeo und Julia", "Othello" und den melancholisch-lichtvollen Songs eines John Dowlands verbunden. Es entsteht ein Spektrum der ewigen Themen: Liebe, Schönheit, Macht und Tod.

Übrigens schätzte Shakespeare den großen Komponisten und Lautenvirtuosen John Dowland sehr. Ihm widmete er 1599 in seinem Lyrik-Zyklus "The Passionate Pilgrim" diese zwei Zeilen:
"Du freust dich Dowlands, dessen Cither innig
Das Herz bezaubernd, es in Wonne taucht;"**

Übersetzungen: *Stephan George, **Emil Wagner
Informationen zum ProgrammSchauspiel-Solo
Spieldauer: ca. 70 min
Idee, Konzept und Erarbeitung: Cora Chilcott

Referenzen:
u.a. Theatermuseum der Meininger Museen, Schillerhaus Leipzig, Goethe-Gesellschaft und Schillerhaus Mannheim, Kleist-Museum Frankfurt/Oder,
Wittumspalais Weimar / Veranstalter: Shakespeare-Gesellschaft Weimar und Klassik Stiftung Weimar
Stimmen der Presse→ Romeo und Julia in einer Person Romeo und Julia in einer Person  ... Die zu Herzen gehenden Sonette und mitreißenden Dramen von William Shakespeare sind noch heute populär. Die Faszination dieser Gedichte, der Mono- und der Dialoge vermittelte Chilcott den Besuchern des Kulturforums auf eindringliche Weise. ... Die Schauspielerin erweist sich als wandlungsfähig: ... Sie lacht, zweifelt, seufzt, klagt an, rauft sich die Haare, trauert, ringt mit sich und blickt sehnsüchtig oder verliebt - die Darstellerin gibt die ganze Bandbreite an Emotionen wieder, die in den 21 Sonetten und sechs Auszügen aus Dramen vorkommen. Mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik schlüpft sie in ihre Rollen, das überzeugt und verstärkt noch die Wirkung der frei gesprochenen Texte. Es ist eine veraltet wirkende Sprache, bei der die Anwesenden aufmerksam hinhören müssen. Chilcott spricht jedoch langsam, akzentuiert, wiederholt zuweilen Textpassagen,.... So betont sie die Genialität von Shakespeares Sprache, zeigt den Kontrast auf zwischen der Schönheit der Poesie und der Verstrickung der Helden, die mit dem Schicksal hadern und ringen. Stimmig eingebunden sind die Lieder von John Dowland, einem Zeitgenossen Shakespeares. Mit schwermütigen Melodien passt er gut zu den Texten des Dichters, dessen Geburtstag sich zum 450. Mal jährt. Chilcott verzaubert mit ihrer warmen, ausdrucksstarken Stimme, die an diesem Abend von Liebe, Sehnsucht, Leben und Tod erzählt. Sibylle Kemna - Neue Westfälische Zeitung 2014
→ Große Künstlerin Große Künstlerin  Cora Chilcott im Kunsthaus. - Zu einem unvergesslichen Abend für alle Literatur- und Shakespearefreunde gestaltete die Berliner Schauspielerin Cora Chilcott am vergangenen Freitagabend - auf Einladung des Kunstvereins "kunst heute" e.V. - ihre Soirée mit Balladen, Liedern und Auszügen aus Stücken des Autors im Kunsthaus in Schmalkalden. Die Künstlerin gestaltete 30 Sonette mit einer erstaunlichen Wandlungsfähigkeit und mit wenigen requisitatorischen Mitteln, immer konkret am Text, jedoch den Inhalt als Sprachmelodie erfahrbar und sinnlich erlebbar machend. Dazu passten die sechs Lieder von John Downland (1563-1626) kongenial und gaben einen zusätzlichen Einblick in die Stimmung der Zeit und der Aussage der Sonette, die zwischen 1592 und 1594 entstanden sind. Das Publikum hatte oftmals das Gefühl, dass dort wirklich ein Autor mit sich und seinen Texten im nächtlichen Studio ringt, um sich auch die Seele zu erleichtern und sein Verhältnis zu Liebe, Lust, Verrat und Tod zu klären, permanentes Scheitern inbegriffen. Die Schauspielerin brillierte im zweiten Teil auf hoher Stufe ihrer Kunst als Gloster (Richard III.), Lady Macbeth (Macbeth) und Hamlet (Hamlet, Prinz von Dänemark), herausragende Figuren aus Stücken des Theatergenies, das auch heute noch zu den einmaligen Größen seiner Zunft zählt, was auch dieser Abend dank der Kunst Cora Chilcotts einmal mehr so erfreulich unter Beweis stellte. Harald R. Gratz - Freies Wort 03/2009