Erlkönigs Tochter

Sagenhafte Balladen & schaurige Lieder


Balladen von Friedrich von Schiller, Johann Wolfgang von Goethe,
Johann Gottfried Herder und Gottfried August Bürger,
Vertonungen von Franz Schubert

Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich Damon, den Dolch im Gewande; Ihn schlugen die Häscher in Bande. "Was wolltest Du mit dem Dolche, sprich!" Entgegnet ihm finster der Wüterich. "Die Stadt vom Tyrannen befreien!" "Das sollst du am Kreuze bereuen." ...

Wer kennt sie nicht, Schillers Ballade "Die Bürgschaft". Da tut sich mit wenigen Verszeilen ein spannendes Drama auf, eine schreckliche Tragödie, eine mitreißende Kriminalgeschichte, kunstvoll sprachlich verdichtet, nie langweilig und doch ist sie eine Ballade von zwanzig Strophen. Sie ist der Gattung der deutschen Kunstballade zuzuordnen, deren Geschichte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann und in der deutschen Literatur fast 150 Jahre über die verschiedensten Epochen hinweg zu Hause war. Goethes Balladen "Der Fischer" und der "Erlkönig" sind zum Beispiel naturmagische Dichtungen der "Sturm-und-Drang-Zeit". Währenddessen "Der Zauberlehrling", "Der Taucher" und "Der Handschuh" 1797 in dem von Goethe und Schiller selbst ernannten Balladenjahr entstanden und der klassischen Kunstauffassung entsprechen. Freuen Sie sich auf diese kleinen Dramen und Tragödien, Sagen, Parabeln und Geschichten in gespielter und gesungener Form.
Informationen zum ProgrammSchauspiel-Solo
Spieldauer: ca. 80 min
Idee, Konzept und Erarbeitung: Cora Chilcott

Zu diesem Programm ist folgendes Hörbuch erschienen:
→ "Erlkönigs Tochter - sagenhafte Balladen & schaurige Lieder"
ausgezeichnet von der hr2-Hörbuchbestenliste

Referenzen:
u.a. Schillerhaus Leipzig, Goethe-Institute Lissabon, Riga und Stockholm, Schillerwoche Marbach, Pillnitzer Schlossnacht/Dresden, Festprogramm "50 Jahre Goethe-Institut Oslo", Sommertheater Weimar-Tiefurt, Goethe-Museum Düsseldorf, Goethe-Zentrum Bologna
Stimmen der Presse→ Sprachgewalt als eine Geburtstagsgabe Sprachgewalt als eine Geburtstagsgabe Cora Chilcott beeindruckte an ihrem Balladenabend zu Goethes Geburtstag vor allem mit Hingabe und Sprachgewalt. Ilmenau -...Im ausverkauften und wortwörtlich bis auf den letzten Platz gefüllten Wohn- und Schreibzimmer des Amtshauses war es ein beherztes Wiederhören, ein nicht nur rationales Erinnern an alte Schul- und Theaterzeiten, als Cora Chilcotts Vortrag anhub. Schon in "Am Brunnen vor dem Tore" ließ Chilcott die Sehnsucht geradezu körperlich spürbar werden, so viel Romantik und Schmelz legte sie in das Natur- und Volkslied. Aber bereits "Erlkönigs Tochter" von Herder verlieh sie jene Magie und Mystik, die dieser Ballade eigen ist und sie heute so schwer verständlich macht. Cora Chilcott ließ ahnen, welche schauspielerischen und sprachlichen Potenzen in ihr stecken. Mit Schillers "Taucher" nahm sie Fahrt auf, mit Goethes "Fischer", erst recht aber mit Bürgers "Leonore" und Goethes "Erlkönig" brachte sie jene Tiefe und starke Emotionalität zum Ausdruck, die uns auch heute noch nach über 200 Jahren ihres Entstehens rational herausfordern und emotional berühren. Cora Chilcott erwies sich als Vollblutschauspielerin par excellence. Sie rezitierte nicht einfach nur, sie erzählte an den erzählbaren Stellen, berichtete und jubelte, trauerte und sehnte sich mit den Gestalten der Ballade, jubilierte und weinte. Es war ein Deklamieren der Gefühle, nicht nur der Gedanken und Worte, ... Es war geradezu spürbar, wie die Zuhörer – die Mehrzahl im so genannten 50-Plus-Alter – diese Sprachkultur genossen, sich daran aufrichteten und angesichts der Sprachluderei ringsum Mut fassten und ihr Selbstbewusstsein in Sachen deutsche Hochsprache stärkten. ... Zu einem der überraschenden Höhepunkte des Balladenabends wurde – neben Goethes grandiosem "Erlkönig" natürlich – "Wanderers Nachtlied" als gesungenes Lied. Nur wenige hundert Meter unterhalb seiner Aufschrift, zog mit Cora Chilcotts sauberen Tönen tatsächlich jene Ruhe ein, die den Dichterfürsten auf dem Kickelhahn so unglaublich faszinierte. Gerd Dolge - Freies Wort 08/2015
→ Tragödien in Versmaß Tragödien in Versmaß Fellbach. Der Grüne Salon schließt schaurig-schön mit Cora Chilcott und "Erlkönigs Tochter". ... Die Zuschauer schwelgten am Sonntag in wohlbekannten Wortlandschaften bedeutender Dichtungen, die sie wohl noch nie so gehört hatten. Die Schauspielerin und Sängerin, gebürtige Leipzigerin, sprengt die Grenzen von Rezitation und Schauspiel. Cora Chilcott lebt die sprachlich verdichteten kleinen Dramen ... Sie ist das kleine Kind in den Armen des Vaters, dem der Erlkönig Leid antut, Fräulein Kunigunde, die den Handschuh zu den wilden Tieren wirft, um ihren Verehrer zu testen, und der tapfere Taucher, der für die Gunst der Prinzessin zum zweiten Mal dem goldenen Becher in den Schlund hinterher taucht....Die Künstlerin mit offenem Haar, gehüllt in einen lila Umhang über dem langen, roten Kleid, das Gesicht weiß geschminkt, erschien wie aus dem Nichts. Sie schritt langsam, unnahbar und scheinbar der Welt entrückt durch die Zuschauerreihen. Bald schon hatte Erlkönigs Tochter das erste Opfer gefordert. Es war nicht das letzte an diesem bewegenden und bewegten Nachmittag im Grünen Salon. Cora Chilcott zog alle in ihren Bann. Das Publikum hing an ihren Lippen und Augen, folgte jeder ihrer Gesten - gefangen in der Welt der Dichtkunst. Vor den Augen der Besucher spielten sich leidvolle Geschichten, mystische Dinge, menschliche und andere Tragödien ab. Und als Cora Chilcott das zarte Röslein auf der Heide, das von dem rüden Knaben gepflückt wird, in Anmut verwelken ließ, schien es, als rausche es mit leichtem Schaudern durch die Blätter und Blumen im Roos'schen Gewächshaus. Eva Herschmann - Stuttgarter Nachrichten/Fellbacher Zeitung 04/2013
→ Schiller-Woche Marbach - Balladen leuchten in die Tiefen der Seele Schiller-Woche Marbach - Balladen leuchten in die Tiefen der Seele  Allein durch die pure Macht der Worte und ihre meisterliche stimmliche Formgebung hat Cora Chilcott Thrilleratmosphäre im Schlosskeller geschaffen. Zugegeben: An der starken Wirkung ihres Balladenabends mit dem Titel "Erlkönigs Tochter" waren auch die lebhafte Mimik und präzise dosierte Körperbewegungen der diplomierten Schauspielerin beteiligt - aufgerissen sind die Augen des Kindes, das sich vor Goethes Erlkönig fürchtet, verführerisch winkt Chilcott als Erlkönigs Tochter, wie Johann Gottfried Herder sie darstellt, als Lenore im gleichnamigen Gedicht von Gottfried August Bürger schreit Chilcott vor Liebesschmerz zum Himmel. ... In die Tiefen der menschlichen Seele leuchten die Balladendichter, und der Schwabe Friedrich Schiller, ein Cleverle seines Fachs, bediente sich dabei eines simplen Tricks. Er lässt wiederum einen König - häufig Inbegriff des Bösen - einen Becher im Meer versenken und einen Untertan danach tauchen. Die "Ungeheuer der traurigen Öde", die "grässliche Einsamkeit", wovon der wieder Aufgetauchte berichtet, klingen nicht nur wie eine realistische Beschreibung der tiefsten Unterwasserwelt, sondern sind auch Bilder allgemein menschlicher Seelenpein. ... Astrid Killinger - Marbacher Zeitung 11/2010
→ Im Schillerhaus führt Cora Chilcott in eine andere Welt Im Schillerhaus führt Cora Chilcott in eine andere Welt  Wenn Cora Chilcott Geheimnissen auf der Spur ist, braucht sie nicht viel: ihre Fantasie, ihre Stimme und Geschichten aus einer scheinbar anderen Welt. Dorthin führt sie ihre Zuhörer und die können gar nicht genug von den ungewöhnlichen Dramen bekommen. Dieser Tage gastierte die Schauspielerin im Schillerhaus und die Nachfrage war so groß, dass die Künstlerin gleich dreimal hintereinander die Lieder und Balladen erzählte: "Da tanzen die Elfen auf grünem Land; da gießt unendlicher Regen herab; da lächelt der König mit arger List ..." Es ist, als höre man sie zum ersten Mal, meinten Besucher, man stellt Bezüge zu unserer Zeit her und doch bleibe ein Geheimnis, das man aufspüren möchte. "Bitte wiederkommen", lautete daher der Wunsch an Chilcott. Wird sie wiederkommen? Was für eine Frage. "Leipzig ist meine Heimatstadt. ..." In Leipzig ist Chilcott aufgewachsen, hier lernte sie die Literatur lieben. "Schon als Kind habe ich den Erlkönig mit Inbrunst rezitiert." Mittlerweile singt und spielt die einstige Schülerin der Max-Klinger-Oberschule auf Bühnen in ganz Deutschland. Egal ob klassische Balladen wie "Erlkönigs Tochter", Brecht-Weill-Songs oder französische Chansons - gerühmt wird stets ihre Ausdruckskraft, ihr musikalisches Stilempfinden, ihr Vermögen, Klassikern neue Farben abzugewinnen". ... Warum diese Dichtung von Herder, Goethe, Schiller oder Bürger? "Um die Schönheit ihrer Sprache zu würdigen - sie ist ein Gegenpol zur Alltagssprache, die immer mehr verknappt." Dabei gehe Kultur verloren. Und: klassische Dichtung wirke über die Zeilen hinweg, man müsse nicht alles erklären, so bleibe zwischen den Worten das Geheimnis. Ingrid Hildebrandt - Leipziger Volkszeitung 04/2010
→ Die Macht der Worte - Cora Chilcott sprach und sang Balladen Die Macht der Worte - Cora Chilcott sprach und sang Balladen  ...In einen weiten Mantel über dem lila Kleid gehüllt, die Haare aus dem Gesicht gekämmt, schritt die Künstlerin auf die Bühne und entzündete Kerzen auf einem altarähnlichen Podest. Geheimnisvoll die Atmosphäre, unnahbar die Rezitatorin, die gleichsam aus einer anderen Welt erzählte. Dichter wie Goethe, Schiller, Gottfried August Bürger, Ludwig Uhland und Gottfried Herder schufen jene Geschichten von unerschrockenen Helden, treuen Freunden oder Fabelwesen... Cora Chilcott führte mit ausgeprägter Rezitierkunst durch Leiden und Begierden der jungen Frau (Gottfried August Bürgers "Leonore"), deren Liebster nicht aus dem Krieg zurückkommt. Die Warnungen der Mutter hört sie nicht und folgt dem wilden Reiter ins Reich der Toten. Geheimnisvoll und schaurig enden Begegnungen mit dem Erlkönig und dem Tod. Die Volksballade "Erlkönigs Tochter" von Gottfried Herder erzählt ebenso wie Goethes Nachdichtung von dieser Schauergeschichte. Cora Chilcott konnte mit den bekannten Versen ebenso fesseln, wie mit einer Ballade mit biblischem Hintergrund. In "Legende" erzählt Goethe von Jesus und Petrus als Gleichnis über Mühen. In diesen Kontext stellte sie den zweifelnden "Prometheus" und die Kraft des Geistes in "Gott und die Bajadere".... und die wohl stärkste Ballade brachte Cora Chilcott mit der "Bürgschaft" nahe. ... Zwischen den Balladen sang der Gast aus Berlin bekannte Kunstlieder von Goethe wie "Wandrers Nachtlied" oder "Der König in Thule". Mit einprägsamem A-cappella-Gesang unterstrich die Chilcott ihre große Meisterschaft... Margit Dressel - Freies Wort 03/2008