Bild: Angèla SchwarzInformationen | Presse

Dada-Soirée

Tollkühn-absurdes Schauspiel


Texte von Hans Arp, Tristan Tzara, Hugo Ball, Max Ernst und Kurt Schwitters

Mit von der Partie: Schacko, der Papagei, auch Frauenbeißer genannt - die nagelknödelnde Heroine, gewiss nicht jedermanns Sache - ein rothaariger Mann, von dem ausgiebig keine Rede sein wird - ein Pfund Weintrauben, weil sie zu hoch für Euch hängen - blutige Beefsteaks, fettige Ölmalereien, ein schon gargekochtes Ei - und natürlich ANNA BLUME, die vielgeschlachtete, die immer noch ein Vogel hat.

Was ist Dada?
"Was wir Dada nennen, ist ein Narrenspiel aus dem Nichts, in das alle höheren Fragen verwickelt sind; eine Gladiatorengeste; ein Spiel mit den schäbigen Überbleibseln; eine Hinrichtung der posierten Moralität und Fülle...Der Dadaist liebt das Außergewöhnliche, ja das Absurde..." (Hugo Ball)

"Dada hat die Welt entdeckt, so wie sie ist, und die Welt hat sich in Dada selbst erkannt." (Kurt Schwitters)

"Ein Dadaist ist ein Mensch, der das Leben in all seinen unübersehbaren Gestalten liebt und der weiß und sagt: Nicht allein hier, sondern auch da, da, da ist das Leben. Also beherrscht auch der wahrhafte Dadaist das ganze Register der menschlichen Lebensäußerungen, angefangen von der grotesken Selbstpersiflage bis zum heiligsten Wort des Gottesdienstes ..." (Der Oberdada)
Informationen zum ProgrammSchauspiel-Solo
Spieldauer: 70 oder 90 Minuten
Idee, Konzept und Erarbeitung: Cora Chilcott

Referenzen:
Max-Ernst-Museum Brühl, "Thing" Limburg, Kabarett Kiebitzensteiner Halle/Saale, Kunsthalle Leipzig, Kalkscheune Berlin, Berliner Volksbühne, "Dada on Tour"- Cabaret-Voltaire-Zelt am Forum ALTE POST Pirmasens, "DIE DADA - Frauen & Dada" Kunstmuseum Appenzell
Stimmen der Presse→ Schnupftabak für einen Totenkopf - zur "Die Dada"-Ausstellung Schnupftabak für einen Totenkopf - zur "Die Dada"-Ausstellung Tollkühn–absurdes Schauspiel mit Cora Chilcott – Texte der Dadaisten Ein Hauch von Cabaret Voltaire wehte am Samstagabend durch die Ziegelhütte in Appenzell: Das Publikum, gediegen an runden Tischchen platziert, ein Bier oder sonst was genießend. Und vorne Cora Chilcott... Dada, eine vergangene Kunstform, verstaubte Poesie? Von wegen: Die Berliner Schauspielerin bewies mit großem Können: Dada lebt. Und ist witzig, tiefsinnig, schlicht und einfach: der helle Wahnsinn. ... «Gaga di ogada» Wie sehr Dada–Texte aber durch gekonnten Livevortrag gewinnen, merkt man vielleicht am krassesten bei Hugo Balls Lautgedichten: «jolifanto bambla o falli bambla». Was soll das zum «bosso fataka» noch mal? denkt sich wohl die Mehrheit der Leser, argwöhnisch im Buch blätternd. Auf der Bühne intoniert, vom langgedehnten «ü üü ü» krass übergehend zum guttural gekrächzten «gaga di ogada», wird der Vortrag zu einer amüsanten Bühnenshow, akustisch, aber auch optisch. Die Schauspielerin, androgyn gekleidet in Anzug mit Krawatte und gelber Blume im Knopfloch und mit weiß geschminktem Gesicht, wird zur Darstellerin von Emotionen, die den unsinnigen Text scheinbar sinnvoll interpretieren, der Zuschauer wird aufgefordert die offensichtliche Verballhornung ernst zu nehmen. Ein besonderes Stilmittel dabei ist, wenn der Vortrag einen fast blödsinnigen Kontrast zum Inhalt bildet. Dadurch entsteht eine ganz eigene Spannung. Alles wird Ironie. Und das Publikum füht sich auf angenehme Weise verulkt. ... Dada ist Programm -- Das variable Mienenspiel der Schauspielerin wurde bereits erwähnt. Sie ist aber auch Sängerin. Das merkte man beim Rezitieren. Ein Wurm am Angelhaken, daran ein Fisch, dieser Fisch stirbt in der Luft – das tönt vielleicht nicht spektakulär. Cora Chilcott aber machte daraus ein Ereignis. ... ein durch und durch amüsanter Abend. Toni Dörig - Appenzeller Volksfreund 06/2015
→ Cora Chilcotts Dada-Soirée Cora Chilcotts Dada-Soirée  ... Wie die zierliche Künstlerin im breitschultrigen Herren-Anzug, mit Krawatte und glatt zurückgekämmtem Haar, in die verschiedenen Rollen der verrückten und humorvollen Dada-Texte schlüpfte, war genial. Vom überheblichen lauten R-Roller bis zum sich selbstzerfleischenden und unsicheren Selbstmord-Kandidaten war fast alles dabei,was das Dada-Spektrum an männlichen Skurrilitäten bieten kann. .... Aus den nun fast hundert Jahre alten Texten von Kurt Schwitters, Max Ernst, Tristan Tzara und Hans Arp ließ die Sprachjongleurin Cora Chilcott die komischen und tragischen Charaktere so lebendig werden, dass man sich bei aller Verzerrung durchaus sicher wähnte, ihnen im eigenen Alltag um die nächste Ecke herum wiederzubegegnen. Mit Dada als Bürgerschreck trifft sie nach wie vor einen empfindlichen Nerv. Sigrid Nordmeyer - Freies Wort 2014
→ Max-Ernst Museum Brühl - Wenn sich Worte verflüchtigen - Max-Ernst Museum Brühl - Wenn sich Worte verflüchtigen - Publikum feierte die Berliner Diseuse Cora Chilcott mit ihrer Dada-Soirée BRÜHL. Überrascht waren die Besucher der Dada-Soirée mit Cora Chilcott im Max-Ernst-Museum, dass die absurde Wortkunst ein derartiges Vergnügen hergibt. Geradezu außer Rand und Band gerieten einige vor Lachen, je mehr skurrile Komik die Berliner Schauspielerin und Sängerin aus der lautmalerischen und mit der Vieldeutigkeit von Wörtern jonglierenden Dada-Kunst schöpfte. Im grauen Anzug mit Weste und Krawatte, die langen blonden Haare streng nach hinten gebunden und ein Menjou-Bärtchen aufgemalt, trat die zierliche Diseuse vors Publikum. ... Dada, erfuhren die Zuhörer nun, kennt im Grunde nur zwei Lösungen für die Probleme der Zeit: keine Blicke und keine Worte mehr. Aber Blicke und Worte, beides mit Körpersprache und Mimik angereichert, sollte es noch in Fülle von Cora Chilcott geben. Mal sächselte sie mit naiver Stimme von der Liebe auf dem Zweirad, mal verfiel sie ins Krächzen einer zahnlosen Alten. Dann wieder steigerte sie die Begebenheit von einem, der einen anderen ansah, der aber wegsah, bis zum hysterischen Kreischen. Hatte sie anfangs zwei Finger in ein Bierglas getaucht, so senkte sie bald dessen Pegel. ... Nicht fehlen durfte in der Dada-Soirée das bis heute wohl bekannteste Gedicht aus dem Dadaismus "Anna Blume" - die gelbe Blüte prangte kaum zufällig am Revers der Diseuse. ... Für den langen Applaus mit Bravorufen "be-dada-dankte" sich Cora Chilcott ... Die Museumsleitung hatte sie für das Begleitprogramm zur Ausstellung "Kurt Schwitters & Ray Johnson - Merz & Moticos" engagiert. Ein Wiedersehen mit der Künstlerin wäre wünschenswert. Ulrike Weinert - Kölnische Rundschau 2011
→ Verwickelte Fragen im Narrenspiel Verwickelte Fragen im Narrenspiel  Siebzig Minuten lang trägt Cora Chilcott die verknödelten Texte der Dadaisten vor, bringt Leben und Rhythmus in die verschwurbelten Verse. Mal wie ein schüchterner Schüler beim Gedichtvortrag, mal im Stil eines Physikers, der ungerührt von unglaublichen Experimenten berichtet. Mit überschäumender Energie werden Nebensächlichkeiten zu weltbewegenden Neuigkeiten aufgeblasen.. ...Cora Chilcott gelingt es durch ihre schauspielerische Wandlungsfähigkeit, Witz und Ironie der Dada-Texte mit Leichtigkeit freizulegen. Sie psalmodiert und referiert, berlinert und sächselt, singt wie ein Kind und spricht wie ein General. Mal ist sie steif wie eine Gliederpuppe, mal beweglich wie eine Katze, mal weiser Richter, mal gelangweilter Pennäler. Ihre Stimme füllt das Kunsthaus bis in den letzten Winkel und kapriolt zwischen metallischer Härte und kleinmädchenhafter Anbiederung. Das ist vergnüglich, ist hinreißend komisch, atemlos spannend und um vieles besser als das, was zeitgenössische Komödianten im Privatfernsehen zum Besten geben... Marco Schreiber - Freies Wort 2006
→ Tagestip ... Berlins bekannteste DADAistin ... Tagestip  Cora Chilcott, Berlins bekannteste DADAistin, hat sich mit Texten von Kurt Schwitters, Hans Arp oder Max Ernst bewaffnet und haut sie dem Publikum in beeindruckender Weise um die Ohren. Das tut sie mit Wonne und anstrengender Leibhaftigkeit, dass nicht nur das Zwerchfell geschüttelt wird. ... Eine Dada-Soirée der extravaganten Art im Roten Salon / Volksbühne. TIP-Berlin - 2001
→ Traubenhaft ... Cora Chilcott begeisterte ... mit Dada-Gastspiel Traubenhaft: Süße Methode für Abgang in die Ewigkeit Cora Chilcott begeisterte im theater fact mit DADA-Gastspiel Eine einsame Palme spaltet sich und reckt ihre beiden Spitzen zum V in die Höhe. Unweit eine Frau: Sie sprudelt die Geschichte von ihrem Papagei hervor, der sich alle Federn ausriß, weil ihr Vater immer das Licht brennen ließ, weil er doch so hat leiden müssen. Wo sind wir? Beim "Gastspiel DADA" von Cora Chilcott. Sie füllt das Theater fact mit Texten von Schwitters, Ernst und Tristan Tzara. Die Interpretin trägt eine gelbe Anna (Blume) am Revers. Bald schießt sie Salven aus Silber: "Seht mich an ... Ich bin idiotisch ... Ich bin klein ... Ich bin wie ihr alle." Ja, die Welt ist voller kluger Leute, dagegen läßt sich was tun. Der erhellende Sprachwitz von DADA gewährt Einblicke, ohne die wir eitler wären, denn: "Wer gegen den Wind spuckt, besudelt die eigene Mathilde." Alle sind dankbar für die Tips und amüsiert.... Ihre Stimme jagt durch die Oktaven. Ihr Mund verschluckt ganze Absätze, stößt die Texte voran. Ihre Nasenlöcher ventilieren, als wollte sie den Saal einsaugen. Wenn sie "Oh oh oh oh oh" ausgerufen hat, weiß jeder, wieviel "Ohs" er noch nicht kannte, und flügelnde Armbewegungen treiben ihn zum geistigen Höhepunkt. Wie also bringe ich mich um? "Ein bißchen tollkühn muß ein Selbstmörder schon sein." Die Chilcottsche Methode überrascht durch ihre Süße - sie versucht das Jenseits durch den Verzehr von Weintrauben zu erreichen. Zurück bleiben fünf vereinsamte Beeren auf grauem Fußboden, und die Traube ist ins Publikum weitergereicht worden. Norbert Marohn - Leipziger Volkszeitung
→ Proklamatisch: Cora Chilcott goes dada Proklamatisch: Cora Chilcott goes dada  Kein Licht geht aus, kein Spot an. Sie braucht kein Bühnenbild und keine Lichtregie, denn sie hat ja ihre Stimme und ihre Mimik, das reicht. "AAA, Rakete B ... C". Cora Chilcott lädt zur dadaistischen Soirée. - Was ist dada? Eine Kunst? Eine Philosophie? ... "Was dada ist, wissen nicht einmal die Dadaisten, sondern nur der Oberdada, und der sagt es niemand" antwortete Johannes Baader. Jedenfalls macht es Spaß dieser Frau im Anzug mit Schlips und Kragen zu lauschen, zu sehen, wie sie ihre Zuschauer mit Texten von Max Ernst, Hans Arp und Kurt Schwitters eine Stunde lang zum Lachen bringt. Cora Chilcott spielt mit den Worten. Ihre Stimmenvielfalt, ihre zu jedem Vortrag passende Intonation, ihre Mimik und Gestik machen den meist zusammenhanglosen Ulk der Dadaisten, zu einem Erlebnis. Sie erzählt als aufgeregtes Kind, keift als hysterische Ehefrau, spielt den unwiderstehlichen Charmeur, hält proklamatische Reden und erweist sich dadurch als ausgesprochenes Sprachtalent. Dabei schaut sie ihrem Zuschauer in die Augen, und bleibt doch distanziert. Selbst das wortlose Mampfen von Weintrauben verwandelt sich bei ihr in ein unvergessliches Schauspiel. Christine Lamich - zitty Berlin