Das heiße Raubtier Liebe

Chansons einer Dame im Schatten


Was ist Liebe, und wo finde ich sie noch? - Die Dame tritt aus dem Schatten ins Scheinwerferlicht, wirft die Frage auf und spielt mit ihr. Obwohl die Frage nie laut gestellt wird, gibt sie sich in surrealen Bildern, in poetischen Gleichnissen und in Momenten der Tragikomik zu erkennen und wird am Ende doch noch beantwortet. Cora Chilcott überrascht nicht als Diva, sondern als Darstellerin und Gesangskünstlerin, die den Zuhörer einlädt zu den Abenteuern der Liebe und der kunstvollen Weise ihrer Reflexion. Als Komplizin nimmt sie das Publikum mit in entlegene Zeiten und Räume, bizarr und wild, zart und zärtlich, entfesselt und wieder gefasst in der Bühnengegenwart, gesammelt im Focus der facettenreichen Interpretin. Kein Nummernprogramm, keine Neuauflage von Altbekanntem und sattsam Bewährtem! Stattdessen ein wohlkonstruiertes Geflecht aus Wort und Ton, angefüllt mit Fundstücken und Entdeckungen; ein seltenes Erlebnis, bisher unbekannte Verse auch bekannterer Dichter zu hören, neu vertont zum Teil und in frischen Farben, die aufleuchten im Elan des Duos, das durch sein Zusammenspiel auch in den improvisierten Passagen nachhaltig bezaubert.

Inhalt (Auszug)

Ich liebte (Jacques Brel)
Eine Frau reflektiert über die Metamorphosen der Liebe und findet ihre Gleichnisse in der Natur ...

Nantes (Barbara)
Eine Frau erhält ein Telegramm und reist darauf sofort nach Nantes: Ein Mann liegt im Sterben, doch sie kommt zu spät ...

Nachtgeflüster (Volker Jaekel / Annette Kast-Riedlinger)

Les Amoureux de Novembre (Astor Piazzolla)
Die Geschichte zweier Liebender, die sich nach langer Trennung wiederbegegnen. Sie erkennen, dass sie nicht mehr dieselben sind. Herbstlaub bedeckt das Grab ihrer Liebe.

Die Zigeuner (Juliette Nourreddine)
"...liebt mich jetzt!" Von einer, die fiebernd darauf besteht, von Zigeunern geraubt zu werden.

Mir geht's gut (Jacques Brel)
Informationen zum ProgrammChansonabend mit Cora Chilcott (vocal) und Volker Jaekel (piano)
Programmdauer: ca. 90 min
Idee und Konzept: Cora Chilcott
Arrangements und Vertonungen der Lyrik: Volker Jaekel
Titel frei nach Ristic und Celan

Zu diesem Programm ist folgende Audio-CD erschienen:
→ "Chansons einer Dame im Schatten"
auf der Liederbestenliste 02,03/2010

Referenzen:
Nikolaisaal Potsdam, Rossinisaal Bad Kissingen, Congress Centrum Suhl, Schloßfestspiele Hanau, Bautzener Kammerkonzerte, Theater Erfurt
Stimmen der Presse→ Rendezvous der gebrochenen Herzen Rendezvous der gebrochenen Herzen Die Sängerin Cora Chilcott und der Pianist Volker Jaekel bieten einen fast gänzlich unsentimentalen Blick auf ein zeitlos aktuelles Phänomen. Coburg - Das Lied von der Liebe lässt sich in vielen Tonarten singen. Wer freilich an diesem Abend von Zärtlichkeit und dem nie endenden Glück zwei gleichgestimmter Seelen träumen will, ist im Kunstverein am falschen Ort. „Das heiße Raubtier Liebe“ haben die Diseuse Cora Chilcott und der Pianist und Komponist Volker Jaekel ihr literarisch-musikalisches Programm getauft, das sie auf Einladung des Coburger Literaturkreises präsentieren. Denn dieses heiße Raubtier namens Liebe, das sie in Versen und Klängen besingen, ist gierig und aggressiv, treulos und brutal, zerstörerisch und unersättlich. Chilcott und Jaekel machen daraus mit klugem Gespür für spannungsvolle Dramaturgie einen Abend der Kontraste zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Sehnsucht und immer wieder enttäuschter Liebe. Cora Chilcott beweist als Sängerin feines Gespür für effektvolle Gesten. Manchmal verwandelt sich ihr Auftritt dadurch fast in eine Choreografie, in der Arme und Hände die vokalen Gesten eindringlich verstärken. ... Kann man Schubert-Lieder wie ein Chanson singen? Man kann, wie Cora Chilcott mit „Nur wer die Sehnsucht kennt“ zum Auftakt des zweiten Teils beweist. Der Pianist Volker Jaekel ist ein Virtuose der stilistischen Verwandlungen. Bei Bedarf wechselt er von Takt zu Takt scheinbar völlig beiläufig den Tonfall. Anspielungsreich reist er durch die Musikgeschichte zwischen Kurt Weill und Astor Piazzolla, pendelt zwischen Jacques Brel und Franz Schubert und streut immer wieder auch feine eigene Nuancen ein. Sein Klavierspiel ist manchmal ironischer Kommentar zum gesungenen Text, manchmal aber auch eine zärtliche, doch nur allzu flüchtige Klanggeste. Ausdauernd freundlicher Applaus und ein Fado als Zugabe – traurig schön. Jochen Berger - Coburger Tageblatt 2012
→ Zärtlich und eiskalt - Bautzener Kammerkonzerte Zärtlich und eiskalt - Bautzener Kammerkonzerte Cora Chilcott singt von der Liebe ... Voll Leidenschaft steigt ihr Song vom Rausch der Menge in den Festsaal. Feinsinnige Wort- und Tongirlanden verbinden die Beiträge. Sie sind zumeist deutschsprachig wie das verhaltene "Ich liebte", das Feuer und Zärtlichkeit ist... "Lord Byrons Reise nach Spanien". Hier wird die Sängerin zur großen Gestalterin, lässt ihre Stimme hässlich sein, ist Pathos, schreit von unglücklicher Liebe. Setzt mit Brecht/Weills "Surabaya-Johnny" ein Glanzlicht der Superlative drauf. Ist total anders als die Vorbilder, packt mit Eiseskälte und Hautnähe... Abrupt brechen sie (das Duo) die Gefühlswelt auf, schweben kess und leichtlebig mit dem Brel-Titel "Mir gehts gut" in die Pause. Alle Register ziehen sie. Hochdramatisch gehen sie an Schuberts "Mignon"... Mit "Chanson einer Dame im Schatten" fasziniert Cora Chilcott ganz körperhaft. Und ihre Stimme ist nur noch Hauch. Unbeschreiblich ist die Stimmung, die das Duo zaubert... Oft ist die Bewegtheit. Geht ins Publikum mit glücklichem "Nachtgeflüster", wo Flügelglitzerketten sie begleiten, bevor beide "Die Zigeuner" mit Wildheit und Bravour ins Finale schicken... Crista Vogel - Sächsische Zeitung 2010
→ Der Geist des Chansons Der Geist des Chansons Cora Chilcott und Volker Jaekel faszinieren mit Liebesliedern ...Ein gutes halbes Jahr nach ihrem Brecht/Weill-Abend in Sonthofen kam die Sängerin mit einem anderen Programm ins Allgäu. "Das heiße Raubtier Liebe" musste jeden faszinieren, der sich für französische Chansons begeistern kann. Denn Cora Chilcott und Volker Jaekel versuchten nicht, die verstorbenen Stars dieses Genres zu kopieren. Sie arbeiteten zum einen mit sehr eigenständigen, poetischen deutschen Übersetzungen, die so tiefe Gefühle wie Liebe, Trennungsschmerz oder Einsamkeit mit Bildern beschreiben, die ebenso überraschend wie eindringlich sind. Zum anderen gelang es Volker Jaekel in mehreren eigenen Kompositionen, individuelle Ausdrucksformen für menschliche Befindlichkeiten zu finden - teils auch mit herrlich "abgefahrenen" Ausflügen in den modernen Jazz. Cora Chilcott ist eine Interpretin für Chansons (französische wie deutsche), wie bundesweit wohl keine zweite zu finden ist. Das liegt nicht nur an ihrer kraftvollen, facettenreichen Stimme, die selbst an jazzigen Scat-Anleihen nicht scheitert. Es ist auch ihre schauspielerische Ausbildung und Interpretation, die einen Abend mit ihr zum außergewöhnlichen Erlebnis macht. Sollte das Chanson je wieder ein größeres Publikum interessieren, müsste diese Frau ein Star werden. Barbara Hell - Allgäuer Zeitung 2006
→ Launisches Meer aus Klängen und Lyrik - Hanauer Kultursommer Launisches Meer aus Klängen und Lyrik Chansonette Cora Chilcott brilliert beim Hanauer Kultursommer - Zartbittere Liebesreflexionen ... Ihr brillantes Singspiel gewinnt gerade im ständigen Pendeln zwischen den Extrempolen "schmeichelzart und gletscherkalt", wie unlängst über sie geschrieben wurde, zunehmend an Raffinesse. Auf der anderen Ebene setzt sie auf den Kontrast zwischen klassisch-tragender Chansonliteratur fast hymnenhaft Timbres und Ausflügen in die fühlbar leichteren Sphären des balladesken Pop. "Heißes Raubtier Liebe" schien direkt für den Hanauer Kultursommer geschrieben..., wobei Chilcotts Programm, das nicht nur die Schokoladenseiten, sondern gerade auch die Abgründe des Liebens reflektiert, auch immer wieder das sinnbildlich durchbohrte Herz thematisiert. Der Chansonabend beweist sich als gereiftes Kunstwerk, das nicht nur als sensible Montage von Lied- und Literaturperlen, sondern darüber hinaus auch als geistreiche Reflexion über zwischenmenschliches Zusammensein gewürdigt werden muß. Dabei stellt es die Frage nach dem Zustand der Liebe stets zwischen den Zeilen, nie plakativ. Cora Chilcott brilliert in verführerischem Alt und Mezzosopran, mit einer Stimme, die Gefühlslagen der Textvorgaben direkt umzusetzen vermag. Im Zusammenspiel zwischen dem geschriebenen Wort und seiner gesungenen Verlautbarung entfalten sich große Emotionen. ... An einzelnen Stellen ergibt der kunstvolle Widerspruch zwischen Wortlaut und dem befindlichen Gesang jene groteske Atmosphäre, die das Gefühlsleben des Menschen wohl am treffendsten beschreibt: Verwirrung, ein Wechselbad. Am Piano begeistert Volker Jaekel. Er zaubert Chilcott ein weites Meer aus Klängen, auf dessen Wogen die Sängerin jetzt aufbrausend, später sanft treibend zu reiten wusste. Sie zeigt sich als heißes Raubtier, immer wieder auch als verspieltes Lamm, oft als beides zugleich. Zwischen Hitzewelle und Eiszeit hin und her gerissen, verwandelt Chilcott ihren Auftritt in einen großen Erfolg. Maryanto Fischer - Hanauer Anzeiger (Tageszeitung) 2005